NS-
Rassismus
und Ideologie
Nach nationalsozialistischer
Ideologie wurden alle Menschen in "Rassen“ eingeteilt,
denen unterschiedliche Merkmale und Wertigkeiten zugesprochen wurden.
An oberster Stelle stand die "germanische Rasse“. Zu
ihr wurden die Deutschen selbst, aber auch Skandinavier, Niederländer
und Engländer gezählt. Nachgeordnet wurden die übrigen
Bewohner Westeuropas wie Franzosen, Belgier, Spanier oder Italiener.
Weit hinten
standen Polen und Russen. Insbesondere die Menschen der Sowjetunion
galten als gefährlich, da sie angeblich "jahrzehntelang
unter bolschewistischer Herrschaft gestanden haben und systematisch
zu Feinden des nationalsozialistischen Deutschland und der europäischen
Kultur erzogen worden“ seien. Diese Rassentheorie trug
dazu bei, den Arbeitseinsatz für das "Herrenvolk“
zu begründen.
Nationale
Differenzierungen
Die Rassentheorie
wirkte sich auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen der ausländischen
Arbeiter und Arbeiterinnen aus: Die "germanischen Nachbarvölker“,
allen voran die Niederländer, wurden am besten behandelt. Franzosen,
die zu Beginn des Krieges angeworben worden waren, standen in einem
den Deutschen ähnlichen Arbeitsverhältnis. Allerdings
durften sie den Arbeitsvertrag nicht lösen. Sie hatten gewisse
Rechte und konnten sich frei bewegen.
Deutlich schlechter
erging es den westeuropäischen Kriegsgefangenen. Sie mussten
in Lagern leben, die unter ständiger Bewachung standen.
"Ostarbeiter“
waren Menschen zweiter Klasse, die weitgehend rechtlos waren. Sie
lebten in Lagern, mussten länger arbeiten, wurden deutlich
schlechter ernährt und erhielten nur einen Bruchteil des Lohns
anderer Arbeiter.
Sowjetische
Kriegsgefangene standen in der Rangfolge noch hinter den "Ostarbeitern“.
Ihr Leben zählte zunächst nichts. Viele wurden bei ihrer
Gefangennahme erschossen. Andere kamen auf dem Transport in die
Lager nach Deutschland zu Tode oder verstarben dort. Erst mit dem
Großeinsatz sowjetischer Kriegsgefangener ab Frühjahr
1941 zählte ihre Arbeitskraft und damit ihr Leben wieder. Insgesamt
sind 3,3 Millionen Russen umgekommen.
Italienische
Militärinternierte genossen als Verbündete des „Dritten
Reiches“ zunächst viele Freiheiten. Dies änderte
sich mit dem Ausscheiden Italiens aus dem Bündnis im Juli 1943.
Jetzt wurden sie als Verräter gebrandmarkt und in Kriegsgefangenenlager
eingewiesen. Im Juli 1944 wurden sie dann zumeist aus dem Kriegsgefangenenstatus
entlassen und in Zivilarbeitslager überführt. Die Zahl
der italienischen Militärinternierten lag im Herbst 1943 bei
etwa 370.000.
Kennzeichnungspflicht
Zwangsarbeiterinnen
und Zwangsarbeiter aus Osteuropa unterlagen der Kennzeichnungspflicht.
Seit März 1940 hatten die Polen ein dreieckiges Stoffabzeichen
zu tragen, das aus einem violetten "P“ auf gelbem Untergrund
bestand. Arbeiter und Arbeiterinnen aus der Sowjetunion mussten
seit Februar 1942 gut sichtbar ein blaues, quadratisches Stoffstück
mit der Aufschrift "OST“ tragen.
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