STADT
HAGEN
Zwangsarbeit in Hagen 1939-1945
Das Historische
Centrum Hagen wurde im Jahr 2000 vom Rat der Stadt mit der Erforschung
des Zwangsarbeiter-Einsatzes in Hagen beauftragt. Durch Recherchen
in- und außerhalb der Stadtverwaltung konnten zahlreiche Quellen
erschlossen werden. Sie ermöglichen nähere Angaben über
die Herkunft, das Lebensalter und Geschlecht sowie über den
Einsatz der ausländischen Arbeitskräften in Hagen. Zwischen
1939 und 1945 waren rund 35000 ausländische Arbeitskräfte
und Kriegsgefangene auf dem Gebiet des heutigen Stadtkreises Hagen
eingesetzt. In einer Datenbank konnten Angaben von 32914 einzelnen
Arbeitskräften erfasst werden.
Mehrzahl
der Arbeitskräfte kam aus der Sowjetunion
Über 47%
der in Hagen eingesetzten ausländischen Arbeitskräfte
stammten aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion, 20% aus Frankreich.
Polnische Staatsangehörige waren mit 10% und Arbeitskräfte
aus den Niederlanden mit 9% vertreten. 4% der ausländischen
Arbeitskräfte in Hagen kamen aus Italien und 3% aus Belgien.
Darüber hinaus lebten und arbeiteten in Hagen zahlreiche Menschen
aus anderen europäischen Ländern. Der Anteil von Kriegsgefangenen
unter den ausländischen Arbeitskräften in Hagen war geringer
als 30%.
Durchschnittsalter
lag zwischen 22 und 39 Jahre
Der überwiegende
Teil (58%) der 26700 ausländischen Arbeitskräften, von
denen das Geburtsjahr bekannt ist, war zwischen 22 und 39 Jahre
alt, gefolgt von den 40-60jährigen, die mit 16% vertreten waren.
Unter 21 Jahren waren 6%, lediglich 2% der Arbeitskräfte war
unter 15 Jahren. Die in Hagen zum Einsatz gekommenen ausländischen
Arbeitskräfte befanden sich folglich in den produktiven Lebensjahren.
Ab
1942 erfolgte der Masseneinsatz in Hagen
Die Mehrzahl
der ausländischen Arbeitskräfte begannen zwischen 1942
und 1944 ihren Arbeitseinsatz in Hagen. Dies gilt besonders für
die "Ostarbeiter", die ab Frühjahr 1942 vermehrt
nach Hagen zum Arbeitseinsatz deportiert wurden. Belgische, französische
und niederländische Arbeitskräfte wurden 1943 besonders
häufig in Hagener Betrieben eingestellt. Zu dieser Zeit setzten
auch in Westeuropa die Zwangsdeportationen in den unter deutscher
Militärverwaltung stehenden Ländern ein.
1943 und 1944
erreichte auch die Arbeitsaufnahme von polnischen Arbeitskräften
in Hagen einen Höhepunkt. Besonders nach der Niederschlagung
des Warschauer Aufstandes im August 1944 wurden zahlreiche Polen
zur Zwangsarbeit auch nach Hagen deportiert
Während
1942 die Mehrzahl von "Ostarbeitern" eingestellt wurden,
ging die Zahl im darauffolgenden Jahr erheblich zurück. Im
Frühjahr 1944 stieg die Zahl von in Hagen neu eingestellten
"Ostarbeitern" erneut an. Die Ursache lag in den deutschen
Rückzugsbewegungen auf dem östlichen Kriegsschauplatz,
wobei sämtliche Einwohner der geräumten Gebiete zum Arbeitseinsatz
nach Deutschland deportiert wurden.
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