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U-Bootkrieg
Einbau einer Batteriezelle, 1942. Bis zu 276 einzelne Zellen benötigte ein U-Boot
StadtA Hagen

 


Im Fokus der Befreier
US-Soldat inspiziert Maschine für U-Bootbatterien
AFA Hagen, Mai 1945
National Archives

STADT HAGEN
Rüstungsindustrie

Als Industriestadt mit zahlreichen metallverarbeitenden Unternehmen war Hagen zwischen 1939 und 1945 ein kriegswirtschaftlich bedeutender Standort. Die Rüstungsbetriebe in Hagen und in der damals noch selbständigen Stadt Hohenlimburg zählten überwiegend zur Zulieferindustrie.

Viele dieser Firmen besaßen auf Grund ihrer speziellen Produktion eine hohe Priorität für die Rüstungsindustrie. Deshalb erhielten sie bevorzugt ausländische Arbeitskräfte und Kriegsgefangene zugewiesen.

Accumulatoren Fabrik Hagen: Batterien für den Krieg

Das rüstungswirtschaftlich wichtigste Hagener Werk war die Accumulatoren Fabrik im Stadtteil Wehringhausen. Dort wurden die riesigen Batterieanlagen für U-Boote gefertigt, die die Elektromotoren bei der Unterwasserfahrt antrieben. Seit 1943 erfolgte auch die Produktion von Bordbatterien für die Fernrakete V 2.

Allein im Werk Hagen waren im Zweiten Weltkrieg über 6000 Menschen beschäftigt. Anfang 1943 sollten auf Vorschlag der Rüstungsbehörden in Hagen und Hannover zwei KZ-Außenkommandos eingerichtet werden. Im Sommer 1943 entstand jedoch nur im Zweigwerk Hannover-Stöcken ein Außenlager des KZ Neuengamme.

Zubehörteile für Panzer, Schiffe, Raketen und Flugzeuge

Zum überwiegenden Teil fertigten die in Hagen und Hohenlimburg ansässigen metallverarbeitenden Betriebe Zubehörteile für Waffen, Geräte und Fahrzeuge.

Die Firma Ruberg & Renner war z. B. ein Hersteller von speziellen Munitionsgurten für Bordwaffen der Jagdflugzeuge. Felix Ruberg produzierte dagegen Bordwaffenlafet-ten für Kampfflugzeuge. Die Firma Uhde in Haspe hatte sich unter anderem auf Torpedo-Ausstoßgeräte für U-Boote spezialisiert. In der ehemaligen Stoffdruckerei Göcke & Sohn befand sich seit Frühjahr 1943 ein Montagebetrieb für das Heckteil der Flugbombe Fi 103 (V 1).

Seit Anfang des Kriegs war die Hagener Stahlindustrie in das Panzerbaupogramm einbezogen. Das Gußstahlwerk Wittmann fertigte ab 1943 unter anderem die Laufräder der Panzer "Tiger" und "Königstiger" an. Das Federnwerk Hoesch in Hohenlimburg war einer von drei Hauptlieferanten von Fahrwerksfedern für Kampfpanzer. In den Stahlwerken Harkort & Eicken wurden Gehäuse für Sturmgeschütze sowie Drehtürme und Aufbauten für den Kampfpanzer "Panther" hergestellt.

Arbeitseinsatz von Häftlingen und "Halbjuden"

Das Klöcknerwerk in Hagen-Haspe zählte im Rhein-Ruhrgebiet zu den wichtigen Produzenten von Stahl und Eisen. Daneben stellte das Werk auch Panzerbleche und Montageteile her. Auch dort erfolgte ein Masseneinsatz von ausländischen Arbeitskräften und Kriegsgefangenen sowie nach 1943 auch Häftlingen und "Halbjuden" in eigenen Lagern, die der Gestapo unterstanden. In der Firma Elbersdrucke wurden weibliche Strafgefangene beschäftigt.


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