STADT
HAGEN
Rüstungsindustrie
Als Industriestadt
mit zahlreichen metallverarbeitenden Unternehmen war Hagen zwischen
1939 und 1945 ein kriegswirtschaftlich bedeutender Standort. Die
Rüstungsbetriebe in Hagen und in der damals noch selbständigen
Stadt Hohenlimburg zählten überwiegend zur Zulieferindustrie.
Viele dieser
Firmen besaßen auf Grund ihrer speziellen Produktion eine
hohe Priorität für die Rüstungsindustrie. Deshalb
erhielten sie bevorzugt ausländische Arbeitskräfte und
Kriegsgefangene zugewiesen.
Accumulatoren
Fabrik Hagen: Batterien für den Krieg
Das rüstungswirtschaftlich
wichtigste Hagener Werk war die Accumulatoren Fabrik im Stadtteil
Wehringhausen. Dort wurden die riesigen Batterieanlagen für
U-Boote gefertigt, die die Elektromotoren bei der Unterwasserfahrt
antrieben. Seit 1943 erfolgte auch die Produktion von Bordbatterien
für die Fernrakete V 2.
Allein im Werk
Hagen waren im Zweiten Weltkrieg über 6000 Menschen beschäftigt.
Anfang 1943 sollten auf Vorschlag der Rüstungsbehörden
in Hagen und Hannover zwei KZ-Außenkommandos eingerichtet
werden. Im Sommer 1943 entstand jedoch nur im Zweigwerk Hannover-Stöcken
ein Außenlager des KZ Neuengamme.
Zubehörteile
für Panzer, Schiffe, Raketen und Flugzeuge
Zum überwiegenden
Teil fertigten die in Hagen und Hohenlimburg ansässigen metallverarbeitenden
Betriebe Zubehörteile für Waffen, Geräte und Fahrzeuge.
Die Firma Ruberg
& Renner war z. B. ein Hersteller von speziellen Munitionsgurten
für Bordwaffen der Jagdflugzeuge. Felix Ruberg produzierte
dagegen Bordwaffenlafet-ten für Kampfflugzeuge. Die Firma Uhde
in Haspe hatte sich unter anderem auf Torpedo-Ausstoßgeräte
für U-Boote spezialisiert. In der ehemaligen Stoffdruckerei
Göcke & Sohn befand sich seit Frühjahr 1943 ein Montagebetrieb
für das Heckteil der Flugbombe Fi 103 (V 1).
Seit Anfang
des Kriegs war die Hagener Stahlindustrie in das Panzerbaupogramm
einbezogen. Das Gußstahlwerk Wittmann fertigte ab 1943 unter
anderem die Laufräder der Panzer "Tiger" und "Königstiger"
an. Das Federnwerk Hoesch in Hohenlimburg war einer von drei Hauptlieferanten
von Fahrwerksfedern für Kampfpanzer. In den Stahlwerken Harkort
& Eicken wurden Gehäuse für Sturmgeschütze sowie
Drehtürme und Aufbauten für den Kampfpanzer "Panther"
hergestellt.
Arbeitseinsatz
von Häftlingen und "Halbjuden"
Das Klöcknerwerk
in Hagen-Haspe zählte im Rhein-Ruhrgebiet zu den wichtigen
Produzenten von Stahl und Eisen. Daneben stellte das Werk auch Panzerbleche
und Montageteile her. Auch dort erfolgte ein Masseneinsatz von ausländischen
Arbeitskräften und Kriegsgefangenen sowie nach 1943 auch Häftlingen
und "Halbjuden" in eigenen Lagern, die der Gestapo unterstanden.
In der Firma Elbersdrucke wurden weibliche Strafgefangene beschäftigt.
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